Anti Defamation Forum
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Author Topic: Sarrazin, Broder und Giordano  (Read 6366 times)
Anonymous
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« on: October 07, 2009, 09:16:17 am »

eine merkwürdige front. während sarrazin die klugen ostjuden lobt und vor minderbegabten orientalen warnt

Quote
Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung.
[...][nach einigen Sätzen über Unterschicht, Türken & Araber]
Man muss davon ausgehen, dass menschliche Begabung zu einem Teil sozial bedingt ist, zu einem anderen Teil jedoch erblich. Der Weg, den wir gehen, führt dazu, dass der Anteil der intelligenten Leistungsträger aus demographischen Gründen kontinuierlich fällt. So kann man keine nachhaltige Gesellschaft bauen, das geht für ein, zwei, drei Generationen gut, dann nicht mehr. Das klingt sehr stammtischnah, aber man kann das empirisch sehr sorgfältig nachzeichnen
http://www.kanzlei-hoenig.info/volksverhetzung

meint broder

Quote
Sarrazin hat recht! Sein Tonfall erzeugt Aufregung und ärgert die Gutmenschen. Seien wir doch froh über einen, der Sinnvolles und Richtiges in provokanter Form ausspricht!

und giordano

Quote
Dem Nachrichtensender N24 sagte Giordano: „Sarrazin hat mit dem, was er gesagt hat, vollkommen recht. Ich wiederhole es, er hat mit dem, was er gesagt hat, vollkommen recht.“ Wie er es gesagt habe, das wäre nicht die Schreibart des Schriftstellers. „Aber wie es aussieht in den Parallelgesellschafften, das hat er genau getroffen.“


pi-news ist begeistert:

pi-news.net/2009/10/giordano-und-baring-sarrazin-hat-recht/

was sagt man dazu?
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Rüdiger
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« Reply #1 on: October 07, 2009, 12:29:17 pm »

Naja, der Satz stimmt wohl:

Quote
Man muss davon ausgehen, dass menschliche Begabung zu einem Teil sozial bedingt ist, zu einem anderen Teil jedoch erblich.
Aber das bedeutet eben nicht, dass alle Türken minderbegabt sind, sondern lässt sich nur gruppenunabhängig auf Individuen beziehen (Gustav ist begabter für x als Klaus, aber Klaus hat länger trainiert, deshalb ist er trotzdem besser.) Und, wie das x bereits andeutet, Begabung schlechthin gibt es auch nicht, sondern nur Begabung für x oder y.

Ansonsten fällt Sarrazin mal wieder als wiedergeborener Malthus auf. Das hat mit deutsch/nicht-deutsch gar nichts zu tun, der will, dass die Akademiker/Beamten/erfolgreich Selbstständige etc. sich vermehren und nicht das Hartz IV-Pack.

Dass Broder das gefällt glaube ich, der hat sich ja auch kürzlich als FDP-Fan geoutet (bei Kerner war's glaube ich).
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Freiheit
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« Reply #2 on: October 07, 2009, 06:16:43 pm »

broder ist cdu wähler.
sollte man eigentlich wissen, wenn man sich nur ansatzweise mit dem thema beschäftigt.
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unGeDuLdig
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« Reply #3 on: October 07, 2009, 10:06:40 pm »

Die z.T. richtigen Beobachtungen Sarrazins des deutschen und muslimischen Unvermögens/Unwillens zur Integration werden durch seine quasireligiöse Hoffnung auf die Heilkraft des freien Marktes verzerrt, der längst mit variablem Kapital gesättigt ist und zu grossen Teilen selbst von der Staats- und EU-Kasse abhängig ist.

Er vergleicht den Werdegang von Orientalen in Berlin ausgerechnet mit Chicago, dem Ausgangsort des Evangeliums nach Friedman, und unterschlägt die in diesen Vergleich viel besser passenden Mexikaner, die statistisch gesehen auch in dritter Generation weder aus ihren sweat shops noch aus der Segregationsfalle herausgefunden haben (obwohl es auch anteilmässig mehr US-Latino- als deutschtürkische Erfolgsgeschichten geben dürfte).

Das Klischee des fleissigen Asiaten unterschlägt wiederum, dass die hier eintreffenden Kioskbesitzer usw. zu einem grossen Teil aus der dortigen Mittel- und Oberschicht kommen, während für die Hochkonjunktur der 60er und 70er gerade die ungebildetsten und rückständigsten Anatolier angeworben wurden, deren Integration jahrzehntelang verhindert wurde.

Das Lob der integrationswilligen Osteuropäer ist durch den im Tonfall an Tagebucheintragungen aus dem Generalgouvernement erinnernden Nachsatz vergiftet:
Quote from: "Thilo Sarrazin"
...danach läuft es wie am Schnürchen, weil sie noch eine altdeutsche Arbeitsauffassung haben.
Zudem wird ausgelassen, dass die osteuropäischen Arbeitskräfte in staatskapitalistischen Industriegesellschaften sozialisiert wurden und bereits durchgehend alphabetisiert und zumindest oberflächlich säkularisiert hier eintreffen.

Herr Sarrazin ist in seinem protestantisch-preussischen Herzen zutiefst davon überzeugt, dass Elendsverwaltung durch reines Elend abgelöst werden sollte, denn nur so würde der Geist eines neuen Wirtschaftswunders erweckt werden. Dieser Sozialdemokrat im einfachsten, also übelsten Sinn des Wortes wird von Visionen geplagt, in denen arbeitsscheue, genetisch minderwertige Barbaren auf den Wiesen vor dem Reichstag Hekatomben von Hammelfleisch (eine kleine Duftnote deutschen Ekels) verschwenden. Überhaupt hat sich dieser Mann durch weit vorausschauendes Denken zur Rationierung von Lebensmitteln für die überflüssige Bevölkerung hervorgetan, kennt den exakten täglichen Kalorienbedarf von Hartz-IV-Empfängern und versäumt selbstverständlich nicht, über den reproduktiven Ausstoss türkischer Schösse zu referieren. Das mit vermeintlich unterdrückten Wahrheiten herausplatzende Gerede dieses Senators zielt auf effiziente Bevölkerungspolitik und verrät sich durch das wiederkehrende Nahrungsmotiv als x-te Auflage der von Paulus bis zum NS reichenden Denunziation von "unnützen Essern". Nichts empört diesen intellektuellen Turnvater mehr als der Gedanke an unverdienten Genuss.

Ferner fällt mir beim zweiten Lesen auf, dass er bis auf ein im Kontext eher ethnisierendes Wort von "Kopftuchmädchen" der Islam kein einziges Mal erwähnt wird. Dieser aber ist das Element, das Türken und Araber von den anderen Migranten unterscheidet und selbst unter günstigsten Integrationsbedingungen diese Bemühungen zu sabotieren sucht. Weil Herr Sarrazin partout nicht darüber reden will, unterstellt er den hinter ihren Ethnien verschwundenen Menschen einen gemeinsamen Willen zur Rückständigkeit und versucht sich zum Schluss ein wenig in nationaler Eugenik, oder auf gut Deutsch: Lebensborn. Dieses Jonglieren mit Millionen Einwohnern, mit grossen und kleinen Nationen ist wahrlich altdeutsch.

Aus dieser Debatte wird nicht ein einziger neuer Deutschkurs entspringen, nicht ein einziges, zwangsverheiratetes, von Abschiebung bedrohtes "Kopftuchmädchen" wird gerettet werden, sondern nur weiterer Ausschluss, weitere Verhärtung der Segregation werden folgen, unter dem Applaus der es immer schon gewusst Habenden von JF bis PI. Unterm Strich bleibt die Vermutung im Raum, die Türken hätten ein antizivilisatorisches Gen, das ihre biologische Vermehrung zum zu lösenden Problem macht.

Für die integrierte Unterschicht geht es um die Einpeitschung "altdeutscher Arbeitsauffassung" in einer Grosstadt und Gesellschaft, in der es wohl nie wieder Arbeit für alle geben wird, in der man aber die postindustrielle Reservearmee in ständiger Rufbereitschaft, an der kurzen Leine halten muss, wofür Senator Sarrazin am liebsten mit direkter Erpressung durch Rationierungskarten sorgen würde. Daraus folgende soziale Verwerfungen regelt dann das Winterhilfswerk von Caritas, AWO und Moschee.
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mané
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« Reply #4 on: October 08, 2009, 07:18:18 am »

ungeduldig hat schon eine gute analyse vorgelegt der wenig hinzu zu fügen ist. und es stimmt, der islam kommt in diesem text fast nicht vor. man könnte auch spekulieren, dass aufgrund der islamophobie debatte, das ethnisierte gerde von den türken und arabern einiges weniger problematisch gilt. (was zb auch für die spö in österreich gilt, die würde wohl nie etwas gegen den islam sagen, hat nun aber seit den wahlerfolgen der fpö eine "ausländerproblem" ausgemacht)
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"Da Pazifisten mehr Handlungsfreiheit in Ländern haben, in denen Ansätze der Demokratie bestehen, können Pazifisten effektiver gegen die Demokratie wirken als für sie. Objektiv betrachtet ist der Pazifist pro-nazistisch." George Orwell 1941
Rüdiger
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« Reply #5 on: October 08, 2009, 09:34:05 am »

Eine Sache habe ich trotzdem an Ungeduldigs Post zu meckern. Du schreibst:

Quote
Die z.T. richtigen Beobachtungen Sarrazins des deutschen und muslimischen Unvermögens/Unwillens zur Integration werden durch seine quasireligiöse Hoffnung auf die Heilkraft des freien Marktes verzerrt, der längst mit variablem Kapital gesättigt ist und zu grossen Teilen selbst von der Staats- und EU-Kasse abhängig ist.

Sarrazin hat aber gesagt (das wusstest Du vielleicht nicht, weil es in dem hier verlinkten Interview-Ausschnitt nicht auftaucht):

Quote
   Die Stadt hat eine überdimensionierte Infrastruktur für 4,5 Millionen Menschen, das sieht man an der Breite der Straßen. Die Stadt hat einen produktiven Kreislauf von Menschen, die Arbeit haben und gebraucht werden, ob es Verwaltungsbeamte sind oder Ministerialbeamte. Daneben hat sie einen Teil von Menschen, etwa zwanzig Prozent der Bevölkerung, die nicht ökonomisch gebraucht werden, zwanzig Prozent leben von Hartz IV und Transfereinkommen; bundesweit sind es nur acht bis zehn Prozent. Dieser Teil muß sich auswachsen.

Eine großes Zahl an Arabern und Türken in dieser Stadt, deren Anzahl durch falsche Politik zugenommen hat, hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich vermutlich auch keine Perspektive entwickeln. Das gilt auch für einen Teil der deutschen Unterschicht, die einmal in den subventionierten Betrieben Spulen gedreht oder Zigarettenmaschinen bedient hat. Diese Jobs gibt es nicht mehr. Berlin hat wirtschaftlich ein Problem mit der Größe der vorhandenen Bevölkerung.
Die ökonomische Überflüssigkeit erkennt Sarrazin also an. Er sagt nur, dass die Zahl der Unproduktiven in Berlin höher ist, weil die "falsche Politik" keine Zuwanderungsstopps für Türken und Araber durchgesetzt hat. Er ist demnach doch so sehr Sozialdemokrat, dass er eher List als Friedman zuzuordnen ist.

Hier das ganze Interview:
http://jove.prohosting.com/bonnmm/div/L ... -Sarrazin/
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Hagana
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« Reply #6 on: October 08, 2009, 12:53:41 pm »

Hartz 4 Pack? oO
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Rüdiger
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« Reply #7 on: October 08, 2009, 12:57:26 pm »

Aus der Sicht Sarrazins natürlich. Ist doch wohl klar, oder?
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« Reply #8 on: October 08, 2009, 03:38:09 pm »

Aus seiner Sicht auf jeden Fall.
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« Reply #9 on: October 08, 2009, 10:53:12 pm »

@Rüdiger

[Ich hatte heute etwas zu viel Zeit, so dass dieser Beitrag immer länger wurde. Sorry for the inconveniences.]

Lists Nationalökonomie ist hier tatsächlich im Spiel, mein Unterstellen eines Glaubens an den freien Markt allein war zu kurz gegriffen. Sarrazin will den Staat als Zuchtmeister der Unterschichten, als Instrument der Elitenförderung und als eugenischen Thermostat radikalisieren, für einen dynamischen Markt, auf dessen baldige Ankunft in Berlin er die Hoffnung aufzugeben nicht bereit ist. Diese Verschränkung von Staat und Kapital, diese vorauseilende Subsumption unter Produktionssachzwänge und der von der ökonomischen Notwendigkeit losgelöste Wunsch nach Arbeit sind das eigentlich sozialdemokratische in seinen Ausführungen.

Das Interview im director's cut lässt was spezifisch Deutsches in seiner Argumentation erkennen, wenn er z.B. unfreiwillig Arbeit und Leben zu letztlich unversöhnlichen Gegensätzen erklärt und sich selbstverständlich auf die Seite der Arbeit schlägt. Dieser Mann sieht die Leute nicht gerne essen und eigentlich auch nicht gerne leben. So ist es auch keine Überraschung, dass er (ausgerechnet) den 68ern und ihren Nachfahren übermässige Lebenslust unterstellt:
Quote
Menschen, die gerne beruflich aktiv waren, wurden ersetzt durch solche, die gerne lebten.
Sein Wunsch danach, dass alles "wie am Schnürchen" läuft, hat sich längst von der Notwendigkeit emanzipiert, so dass er im Interview immer wieder rhetorisch über dem Bild konfuzianischer Maschinenanhängsel onaniert, als ob er nicht wüsste, dass sich die menschenintensive Produktion langfristig aus dem preussischen Kernland, eigentlich aus Deutschland und Europa verabschiedet hat. Soll tout Berlin im Callcenter arbeiten? Oder läuft es nach all dem Subventionslamento doch auf einen Grossauftrag des Bundes hinaus, etwa Albert Speer & Bertelsmann present: Germania reloaded?

Sein Zorn über die verwöhnten, verweichlichten, überflüssigen Berliner treibt ihn zu halbausgesprochenen Drohungen mit Schmerz und Tod. Zu seinen Ausflügen in die Mendelsche Vererbungslehre passt die Überzeugung, dass Individuen - bei ihm eher: Typen -  sich grundsätzlich nicht verändern.
Quote
...in Berlin saß ein verfetteter Subventionsempfänger, der durch Entzugsschmerzen erst wieder an die Wirklichkeit gewöhnt werden musste. So etwas kann sich nur durch einen Bevölkerungsaustausch vollziehen, man ändert ja niemanden. Wenn sich in Berlin etwas ändert, dann dadurch, dass Generationen auswachsen. Davon leben Metropolen immer.
Dass es ihm List-ig um nationale Grösse geht, kann man an jedem Satz erkennen, es steigert sich hier fast bis zur Reichsausrufung:
Quote
Die Deutschen hatten immer schon eine stärkere zentralstaatliche Gesinnung, als ihre Politiker glauben wollten. 1871 macht das klar.
Doch es steht dem feuchten Traum einer neuen Bismarckiade ein pöbelhaftes Element entgegen, das weiland dem eisernen Kanzler ein pain in the arse war und von Noske später zusammengeschossen wurde. Dabei ist die Berliner plebs mehr als bereit, dem Weckruf der roten und grünen Prediger zum selbstlosen Dienst zu folgen, die wiederum helfen können, den kraftlosen Massen mit ideologischen Stromschlägen Beine zu machen. Bismarck verstand diesen trick, Hitler beherrschte ihn.
Quote
Berlin müsste Stadt der Intellektuellen und der Elite sein, aber die Stadt in ihren politischen Strömungen ist nicht elitär aufgestellt, sondern in ihrer Gesinnung eher plebejisch und kleinbürgerlich.
Fast am Ende des Interviews taucht ein Gedanke auf, der sich die ganze Zeit angekündigt hat und den ich nicht übergehen will:
Quote
Wenn ich Regierender Bürgermeister wäre...
Grosse Zeichen erscheinen am Himmel. Derselbe Mann, der - wäre er nur RB - am liebsten Berlin mit der Einfuhr von Tausenden, von ukrainischen Strassen und Feldern weggefangenen schlauen Juden aufpeppen würde und von einer "Stadt der Intellektuellen" schwätzt, enthüllt hier die Trostlosigkeit seiner instrumentellen Vernunft und sein abgründiges Unverständnis im Wörtchen "Qualität", hinter dem man sich keine beschädigten Einforderer des Lebens, keine grantigen Salonkommunisten, sondern Architekten und Stadtplaner, Maschinenbauer und Softwareprogrammierer, in einem Begriff: Arbeiter der Stirn vorzustellen hat. Das ist der Ruck, der durch das altneue Herz Deutschlands gehen soll.
Quote
Ich würde aus Berlin eine Stadt der Elite machen. Das würde voraussetzen, dass unsere Massenuniversitäten nicht weiterhin massenhaft Betriebs- oder Volkswirte, Germanisten, Soziologen ausbilden, sondern konsequent Qualität anstreben. Die Zahl der Studenten sollte gesenkt werden, und nur noch die Besten sollten aufgenommen werden.
Und wo ein Lebensborn fliesst, gibt es auch ein Abwasser, eine washout lane, über deren genaues Ende Näheres noch - kreativ und ohne Denkverbote - diskutiert werden müsste. Der Anfang dazu wäre ein vom neuen RB regelmässig abgehaltenes Kanakenranking, eventuell liesse sich das Ganze partizipativ so gestalten, dass die produktive Bevölkerung die schlimmsten Nichtleistungsträger rausvotet (39ct./min.). Ein eisiger Wind soll durch die allzubreiten Berliner Strassen und die von Parasiten wimmelnden türkischen Teestuben fegen. Sarrazin bewirbt sich als Herzschrittmacher für den lethargischen Volkskörper.
Quote
Die Schulen müssen von unten nach oben anders gestaltet werden. Dazu gehört, den Nichtleistungsträgern zu vermitteln, dass sie ebenso gerne woanders nichts leisten sollten. Ich würde einen völlig anderen Ton anschlagen und sagen: Jeder, der bei uns etwas kann und anstrebt, ist willkommen; der Rest sollte woanders hingehen. Wenn der Bürgermeister in zehn öffentlichen Reden über die Zukunft der Stadt philosophiert und in diesem Zusammenhang die akademischen Leistungen der Vietnamesen, Araber und Türken einmal öffentlich vergleicht, dann würde etwas geschehen. Dann würde klar, dass man eine Stadt der Elite möchte und nicht eine "Hauptstadt der Transferleistungen". Die Medien sind orientiert auf die soziale Problematik, aber türkische Wärmestuben können die Stadt nicht vorantreiben.
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Auf kein Heil zu vertrauen ist das einzige Heil für Besiegte. - Vergil, Aeneïs II,354
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« Reply #10 on: October 11, 2009, 11:43:44 am »

Kramer, Kolat, Wolffsohn und - last but not least: Broder.
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Not arrogant, just better!


« Reply #11 on: October 11, 2009, 01:48:08 pm »

Kramer... Nazis.... NO SOUP FOR YOU!
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"Lars Laumeyer von der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) und Mitorganisator der Proteste am 1. Mai bestreitet einen politischen Hintergrund."
capitalism
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f͈̟̮̣̠͎̮ͮ͆̂͘u̵̡̪̗̙̠͚̻̠̳̚̕c̠̩̱̹͔̺ͥͧ̓͘k̛͔͙̹̭̗̳̗̭ͮ̓͐̔͒͜ͅ ͕̱̠̻̦̮͇́ͩ͐́̃̿̓̏ẏ͓̥̩͕̎ͨͨͅe͓̙ͤ͆͋ͩ́͠a͚̥͙̱̱̗͕̠̹ͫͤ͌͢͟h̨͍̝̪͇ͬ͆̌ͮ̒


« Reply #12 on: October 15, 2009, 10:05:51 pm »

Kramer soll mal die Fresse halten. Dieser Trottel ist eindeutig zur falschen Religion konvertiert, wenn man sich seine Äußerungen, die er in regelmäßigen Abständen tätigt, mal ansieht.
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MonAmour
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« Reply #13 on: October 15, 2009, 10:16:13 pm »

Quote from: "capitalism"
Kramer soll mal die Fresse halten. Dieser Trottel ist eindeutig zur falschen Religion konvertiert, wenn man sich seine Äußerungen, die er in regelmäßigen Abständen tätigt, mal ansieht.

Habe den Artikel von Kramer nur überflogen. Was ist nun genau dein Problem mit den Äußerungen von ihm? Dass der Nazivergleich übertrieben ist?
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Maverick
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« Reply #14 on: October 16, 2009, 05:57:01 am »

http://cosmoproletarian-solidarity.blog ... ische.html

Quote
Er habe mit seinen provokanten Formulierungen von unzweifelhaften Sachverhalten etwas über die Strenge geschlagen und werde hierfür zu Recht gerügt. Die von ihm gewählten Worte würden zwar „nicht nur“ die vom früheren Berliner Finanzsenator und heutigen Bundesbankvorstand T. Sarrazin ethnifizierten Unproduktiven „als verletzend“ empfinden, „in der Sache aber widerspricht ihn kaum jemand – wie auch?“ („Die Welt“, 5.10.2009). „Mit seinen provozierenden Thesen zur Integrationspolitik“ habe Sarrazin zwar „die Grenzen des guten Geschmacks verletzt – aber auch eine überfällige Debatte angestoßen“ („Der Spiegel“, 12.10.2009). Und der niedersächsische Minister für Arbeit, Philipp Rösler, bemängelt lediglich „mit Maß und Mitte“ habe die Sarrazinsche Diagnose des kränkelnden Standorts Berlin „nichts zu tun“. Was war geschehen? Sarrazin hat in einem Couch-Gespräch mit einer Berliner Vierteljahres-Zeitschrift etwas zu ungehemmt über die „stummen“ Mechanismen der nationalen Produktionsgemeinschaft gefachsimpelt. Sarrazins Sorge gilt zwar allein der Produktivität seiner Berliner Hassliebe, doch dass er so unverhohlen von ‚Überflüssigen’ spricht, von Menschen ‚ohne’ produktive Funktion, und jene noch bei Gelegenheit ethnifiziert, stört den gesamtdeutschen Betriebsfrieden und so meckern nicht nur die sozialdemokratischen Charaktermasken, um im selben Moment gleichsam dem kapitalistischen Fundament des Sarrazinschen Schmalzes beizupflichten.

Der Sarrazinsche Abriss über den nie kompensierten „immense(n) jüdische(n) Aderlass“ wird nicht zufällig nirgends skandalisiert. Sarrazin bedauert die Shoa, weil sie für den Standort Berlin „gleichbedeutend mit einem gewaltigen geistigen Aderlass“ war. Die „Katastrophe“ der jüdischen Bevölkerung des nazifizierten Europas bedeute also allen voran die Wertevernichtung („Aderlass“) vom Humankapital, das heute die deutsche Produktionsgemeinschaft dringlichst benötige. Anschließend beklagt Sarrazin, dass auch das „klassische leistungsorientierte Bürgertum“ Berlin ab 1944 verließ und nennt hierbei den Judenmörder Hermann Josef Abs, Koryphäe der Deutschen Bank AG und „Aufsichtsrat von Auschwitz“ („Konkret“, 12/1991), und die Vorstandriege des Zwangsarbeiterverschließenden Siemens-Konzerns.

(Auch die plötzliche Begeisterung deutscher Nationalist_innen wie die Bürgerbewegung Pax Europa e.V. oder der blogenden Liebhaber_innen Deutschlands von „Politically Incorrect“ für die „christlich-jüdische Tradition unserer europäischen Kultur“, jener europäischen Kultur der Pogrome und Protokolle, lässt sich aus der Sarrazinschen ‚Erkenntnis’ erklären, dass die vergasten Jüdinnen und Juden, ob proletarische Malocher_innen oder wagende Unternehmer_innen, doch eigentlich alles waren, woran der Wert eines Menschen in der zivilisierten Produktionsgemeinschaft gemessen wird: emsig arbeitend und loyal zum deutschen Vaterland. Wer wie die Liberalistensekte „Die Freunde der offenen Gesellschaft“ Sarrazins Bemerkungen zu den „um 15 Prozent höheren IQ“ jüdischer Immigrant_innen gegenüber „dem der deutschen Bevölkerung“ als Philosemitismus verklärt, hat den Freund der Intelligenzquotienten- Messung nicht verstanden: Sarrazin geht es allein um die Aneignung vermeintlich jüdischer, indischer oder sonst was für ethnifizierter Intelligenz für`s deutsche Sozialprodukt.)

Der warengesellschaftliche Prozess der Verdinglichung, alles und jeden in die Warenform zu zwingen, richtet das Individuum zum funktionalen, stets auswechselbaren Marktsubjekt, zum entmenschlichten Rädchen im Räderwerk zu, das sich nun unter der Glocke der Darbringung für`s nationale Ganze um seine Selbstverwertung zu sorgen hat. Nun wird jenen von Sarrazin denunzierten ‚Überflüssigen’ immer mehr die Unmöglichkeit ihrer Selbstverwertung bewusst. Doch, ob am Schultheiß-Stammtisch oder in der Milli Görü?-Moschee, kaum wollen die ‚Überflüssigen’ über den Kapitalismus hinaus. Die bewusstlos-fetischistischen Gedanken des in seinem Subjektstatus verlorenen Menschen schlagen in pathische Projektion und nationalistisch-religiöse Identifikation um – in die noch falschere Sehnsucht nach der Aufhebung des vom ‚stummen’ Zwang oktroyierten „Individuums“ in der Volksgemeinschaft. Wenn Sarrazin von der die Sozialfürsorge schröpfende „Araberfrau“ spricht, die ihr sechstes Kind bekomme, weil ihr somit eine geräumigere Wohnung zu stehe, wäre es schlicht sozialdemokratisches Engagement für den Betriebsfrieden lediglich von „Rassismus pur“ (Innenpolitiker Sebastian Edathy) zu sprechen. Die „Araberfrau“ ist doppelt gedemütigt und verächtlich gemacht – zu allererst als dem unvermittelten Zwang der Religion unterliegende, dem freien Markt entzogene Gebärmaschine für die familiäre Notgemeinschaft, aber auch als freizusetzendes Marktsubjekt des Sarrazinschen Fetisch des ‚stummen’ Zwangs („Der Druck des Arbeitsmarktes, der Zwangs des Broterwerbs sorgen“ für die Integration), der die „Araberfrau“ als Putzerin auf der Bahnhofstoilette emanzipieren möchte.

Deutschland gefällt sich als ‚antirassistische’, dem globalen Markt ‚bedienende’ Demokratie. Die unautochthonen ‚Überflüssigen’ mit „keine(r) produktive(n) Funktion“ werden gewöhnlich ohne besonderes nationales Aufregen und publizistisch-demagogischer Flankierung abgeschoben, wie nun die etwa 10.000 Roma-Flüchtlinge in den Kosovo. (Und falls die Rechtslage dies nicht zulässt, hilft gelegentlich die B.Z. nach.) Hieraus zu schließen, dass die deutsche inzwischen eine zu dekonstruierende Nation wie jede andere sei, ist abwegig, denn spätestens nach Auschwitz kann Deutschland unmöglich eine nationale ‚Normalität’ eingestanden werden ohne sich mit den nach wie vor ungesühnten Verhältnissen zu versöhnen. Leider ist es in Leipzig, am 10. Oktober, und anderswo nicht gelungen, dem nationalen und demokratischen ‚Bewusstsein’ der kapitalisierten Einheit eine radikale Dekonstruktivität entgegenzusetzen – und so ist die red flag der zu erstreitenden freien-kommunistischen Assoziation nur ein Wimpel unter vielen gewesen. Den Kapitalismus zu denunzieren und zugleich den ‚verlassenen’ und ‚verächteten’ Wesen jegliche Fluchtwege in die Regression zu versperren, bleibt das wesentliche Anliegen kritischer Theorie und revolutionärer Praxis.

Für den Kommunismus!


Die Masche, überall Hitlers und Goebbels wiedererkennen zu wollen, ist nichts als ekelhafte deutsche Vergangenheitsbewältigung und Kramer müßte eigentlich wissen dass es nicht nur gelegentlich sondern bevorzugt israelische Politiker trifft nach dem Motto: "Die Juden aber auch!".
Fraglich bleibt für mich ob er das tatsächlich ernst gemeint haben könnte, also wirklich glaubt die Außerungen S. könnten in einer Zusammenschweißung der Deutschen zum zur Tat schreitenden Mordkollektiv münden. Ich bezweifel das.
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